Reise nach Georgien: zu Fuß durch den wilden Hochkaukasus
Mein Reisebericht aus Georgien: zu Fuß durch den Großen Kaukasus, zwischen den Wehrtürmen von Swanetien, Gletscherpässen und einer georgischen Gastfreundschaft, die man nicht mehr vergisst.

Milan
Guide & Expeditionsplanung

Eine Reise nach Georgien führt dorthin, wo Europa aufhört und Asien noch nicht ganz begonnen hat, eingekeilt zwischen dem Schwarzen Meer und den gewaltigen Gipfeln des Großen Kaukasus. Genau an dieser Nahtstelle der Kontinente sind wir zu Fuß aufgebrochen: zum Wandern und Trekking in Georgien, hinein in eines der letzten wirklich wilden Gebirge Europas.
Unsere Route führte uns nach Swanetien, eines der spektakulärsten Wandergebiete Georgiens, einer Bergregion, die über Jahrhunderte so abgeschieden war, dass sie sich ihre eigene Sprache, ihre eigenen Gesetze und ihre wehrhaften Steintürme bewahrt hat. In Ushguli, einem der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Dörfer Europas, ragen diese jahrhundertealten Swaneti-Türme in den Himmel, als wäre die Zeit stehengeblieben.
Von dort führte uns das Trekking über hohe Pässe des Kaukasus: durch Schneefelder, entlang reißender Gletscherbäche und über Grate, von denen aus sich das Gebirge in alle Richtungen auftürmt. Straßen gibt es hier keine mehr, dafür Pfade, die Hirten seit Generationen nutzen, und Packpferde, die unser Gepäck über das steile Gelände tragen.
Was uns auf unserer Wanderung durch Georgien am meisten überrascht hat, waren die Menschen. In Georgien gilt der Gast als Geschenk, und das ist keine Floskel. Immer wieder wurden wir an fremde Tische gebeten, zu einer Supra, dem traditionellen georgischen Festmahl mit endlosen Trinksprüchen, hausgemachtem Wein (Georgien gilt als Wiege des Weinbaus) und Khinkali, bis niemand mehr konnte.
Zum Abschluss standen wir unter dem Kazbek, einem der höchsten Berge des Kaukasus. Auf einem Hügel davor thront die einsame Gergeti-Dreifaltigkeitskirche, seit über 700 Jahren umtost von Wind und Wolken. Wer einmal durch Georgien gewandert ist, weiß: Dieses Land am Kaukasus hakt man nicht einfach ab. Es ist ein Abenteuer zwischen den Welten, das einen verändert zurücklässt.







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